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Schweizer Bildungstag in Bern

Durch sein Engagement als Vorstandsmitglied des Zentralverbands Öffentliches Personal Schweiz (ZV) konnte AMV-Vorstand Fabian Schambron am Schweizer Bildungstag in Bern teilnehmen. Dieser wird jährlich vom LCH und vom SER (Syndicat des Enseignants Romands) organisiert und versammelt neben VertreterInnen der jeweiligen kantonalen und nationalen Berufsverbände auch viele EntscheidungsträgerInnen aus Politik und Wirtschaft, darunter RegierungsrätInnen und, dieses Jahr, Bundesrat Alain Berset. Der thematische Schwerpunkt des Bildungstags 2017 lag auf der systemischen Förderung der Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern. Diese Sichtweise ergänzt die sonst oftmals individuell gehandhabte – und bei systembedingten Mängeln entsprechend wenig wirksame – Stressprävention überlasteter Lehrpersonen. Es ist eine arbeitsrechtliche Plattitüde, dass der Schutz der Arbeitnehmergesundheit Aufgabe des Arbeitgebers ist. Dennoch tut man sich sowohl in der Politik als auch in der Öffentlichkeit leider nicht selten schwer damit, den Lehrberuf als jene anspruchsvolle und in allzu vielen Fällen emotional und körperlich erschöpfende Tätigkeit anzusehen, die er ist. Entsprechend häufen sich gesundheitliche Probleme, die dank verschiedenen vom LCH und SER in Auftrag gegebenen Studien inzwischen nicht nur tagtäglich gefühlt werden, sondern empirisch hieb- und stichfest erwiesen sind. Im Rahmen dieser Anstrengungen der nationalen Berufsverbände präsentierten verschiedene Rednerinnen und Redner die Ergebnisse der Studien bzw. ihre Sicht darauf. Dabei wurde klar, dass nicht nur die Zerrbilder bezüglich der Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern falsch sind, sondern in vielerlei Hinsicht dringender Handlungsbedarf hinsichtlich gesundheitsfördernder Massnahmen besteht: Nicht nur gibt es erschreckend viele Junglehrpersonen, die nach wenigen Jahren im Beruf wieder aussteigen, sondern auch zahlreiche bereits seit längerer Zeit tätige Lehrerinnen und Lehrer, die in ihrer Gesundheit teils akut gefährdet sind. Dass ausgebrannte Lehrpersonen nicht nur sich selbst schaden, sondern auch weniger gut unterrichten, ist inzwischen ebenfalls mit Methoden der empirischen Bildungsforschung nachgewiesen worden. Es wäre also begrüssenswert, wenn die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker auf allen Ebenen des demokratischen Prozesses sich über die tatsächlichen Arbeitsbedingungen informieren würden, bevor sie mit unverantwortlicher Nonchalance an den Rahmenbedingungen einer Bildungslandschaft schrauben, die bisher – nicht zuletzt wegen ihrer motivierten Lehrpersonen – international als erfolgreich gelten durfte.

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