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“Outsourcing” des Reinigungspersonals

Anfang Dezember wurden die Lehrkräfte verschiedener Aargauer Kantonsschulen darüber informiert, dass das bisher bei der Schule bzw. beim Kanton angestellte Reinigungspersonal outgesourct werden soll. So hässlich das Wort “outgesourct” klingt und aussieht, so treffend ist es in dieser Hässlichkeit: Betroffen sind nämlich Menschen, die über Jahre und teils Jahrzehnte für ihre jeweiligen Schulen gearbeitet haben. Dass die Arbeitsbedingungen in diesem Sektor nicht rosig sind, lässt sich denken, und dass sie sich durch die Auslagerung an private Anbieter nicht verbessern, ebenfalls. Starker Konkurrenzdruck führt eben entgegen gewisser ökonomischer Lehrmeinungen nicht zwingend zu erhöhter Effizienz, sondern je nach Berufsfeld zu tieferen Löhnen, längeren Arbeitszeiten und vielen anderen Übeln mehr. Selbst wenn die (offenbar zumindest beabsichtigte) Personalübernahme funktionieren sollte, trifft die Massnahme ein Segment kantonaler Arbeitnehmender, das Verschlechterungen seiner Arbeitsbedingungen noch viel weniger verkraften kann als andere. Der AMV solidarisiert sich mit den Betroffenen und nimmt mit äusserstem Befremden eine Massnahme zur Kenntnis, für die bisher keine klaren Gründe bekanntgegeben wurden. Viel Fantasie braucht es allerdings nicht, um auch hier wieder einen mehrheitlich finanzpolitisch motivierten Abbau kantonaler Dienstleistungen zu sehen. In diesem Zusammenhang ist es übrigens interessant, sich gelegentlich einmal den Selbstbeschrieb anzusehen, den sich der Kanton als Arbeitgeber (wahrscheinlich vor ein paar Jahren) gegeben hat: “Uns ist es wichtig, dass die Mitarbeitenden mit Freude und Überzeugung arbeiten und mit ihrem Fachwissen, ihrer Kreativität und ihrem Pragmatismus ihre Aufgaben erfolgreich erfüllen. Durch Wertschätzung und gute Zusammenarbeit im Team kommen wir weiter.” Freude, Überzeugung und Kreativität fördert man so wohl eher nicht.

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