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Neues Schuljahr, neues Glück?

Neues Schuljahr, neues Glück? Zweckoptimismus sollte nicht zur Grundhaltung werden, kann aber verhindern, dass einem der Alltag vermiest wird durch Widrigkeiten, auf die man nur sehr bedingt Einfluss nehmen kann. Es gibt gute Gründe, sich auf das Schuljahr 2017/18 zu freuen: Wir sehen unsere Klassen und KollegInnen wieder, lernen neue SchülerInnen und Mitarbeitende kennen und rutschen nach etwas unterrichtsfreier Zeit langsam wieder in einen vertrauten, meist interessanten Alltag hinein. Wenn man KollegInnen zu ihrem eigentlichen Kerngeschäft, dem Abhalten, Vor- und Nachbereiten von Lektionen, befragt, betonen viele ihre Freude am Beruf. Zugleich beklagen viele KollegInnen die mangelnde Wertschätzung vonseiten der Politik. Es handelt sich dabei nicht einfach um ein vages Gefühl, das viele teilen, sondern um eine fast national nachweisbare Tendenz. Wie die aktuelle Lohnanalyse des LCH bzw. die dazugehörige Medienmitteilung zeigt, gibt es nach wie vor stufenübergreifende, massive Lohnunterschiede zwischen Lehrberufen und privatwirtschaftlichen Tätigkeiten mit vergleichbarer Belastung. Erfinderischer Geist, soziales Bewusstsein, kritisches Denken – all dies wird durch eine umfassende Bildung gefördert und nichts davon kann eine funktionierende Gesellschaft entbehren. Entsprechend wird die Wichtigkeit von Bildung im öffentlichen Diskurs permanent betont – als eine der wenigen weltwirtschaftlich relevanten Ressourcen der Schweiz, als entscheidende Grösse in Bezug auf die digitale Revolution und die damit einhergehende Re-Konfigurierung der Wirtschaft. Zugleich werden in demselben öffentlichen Diskurs oft auch unkritisch üble Zerrbilder hinsichtlich unserer Tätigkeit als Lehrpersonen verbreitet. Eine neue Studie des SER (Syndicat des Enseignants Romands) weist nach, dass sich unser angeblich so gemütlicher Beruf in erschreckend vielen Fällen äusserst gesundheitsschädlich auswirken kann. Etwas grob gesagt: Wenn angeblich faule Leute an ihrer Arbeit kaputtgehen, müsste eigentlich auch der oder die letzte anfangen, gewisse Vorurteile zu überdenken. Zum Glück gibt es für viele unter uns nach wie vor einen deutlichen Kontrast zwischen einem anspruchsvollen, aber insgesamt erfüllenden Berufsalltag und dem seit mehr als nur einigen Jahren wenig erfreulichen Drumherum. In diesem Sinn wünscht der AMV allen Lehrpersonen einen erfolgreichen Start in ein weiteres Schuljahr.

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